Indian Summer Tour – Sonntag, 16. Oktober 2011

Wären da nicht die frostigen +3° gewesen, welche das Thermometer am Sonntag morgen am Fensterbankerl anzeigt – niemand wäre ein paar Stunden später auf die Idee gekommen, daß die Motorrad-Saison doch so allmählich dem Ende entgegen geht. Warm eingemummelt und damit kälterestistent, ließen es zweiundzwanzig Motorrad-Sportler noch einmal richtig krachen um mit der traditionellen “Indian Summer Tour” den SVD-Motorradsommer 2011 offiziell abzuschließen. Im Gegensatz zu Regen, erstem Schnee und Glatteis am letzten Sonntag ging man diesmal bei prachtvollem Wetter auf die Reise über die kleinen, wenig befahreren, herrlichen Kurvenpisten in’s geliebte Chiemgau.

  

 

Das dreihundertsechzig Jahre alte Wirtshaus und jetziger “Wirth von Amerang” war das Ziel. Pünklich zum Mittagessen traf man sich dort in der urigen Zechstube am offenen Feuer.
Um nach üppigen Kirchweihgänse-, Enten- und sonstigen -braten dem drohenden “Suppenkoma” vorzubeugen, schwangen sich die wackeren Biker bereits nach kurzer Pause wieder auf ihre Maschinen um noch einmal richtig Gas zu geben.

Lockten doch zum Nachmittag schon wieder Kaffee, selbstgemachte Kuchen, Kirchweihnudeln und nicht zuletzt die “Kirtahutsch’n” auf dem Hallerhof in Dornach.

     

 

Mit diesem gelungenen Tourabschluß beenden die Motorradler eine ereignisreiche und erfolgreiche Saison. Viele Tausende von Kilometern sind sie auf unterschiedlichsten, wunderschönen und auch abenteuerlichen Motorradreisen unfallfrei gefahren. Sie haben wieder einmal viel gesehen und viel erlebt und eine Menge nette Menschen kennen gelernt. Tröstlich in der nun anstehenden öden Zeit absoluter Motorrad-Abstinenz ist jedoch, daß es somit wieder Gesprächsstoff in Hülle und Fülle an langen Winterabenden am Biker-Stammtisch beim Schäfflerwirt gibt.

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Ausgezeichnet!

Wenn das kein Grund für eine Ehrung ist…

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Zusammen sind die sieben unerschrockenen Senioren 471 Jahre alt, haben auf ihrer letztjährigen Tour durch Osteuropa täglich zwischen 300 und 400 km im Sattel gesessen, haben insgesamt über 5000 km – bei jedem Wetter und auf den unterschiedlichsten Straßen und Wegen – zurückgelegt, hat jeder mehrere Kilo zugenommen (wer wieviel zugenommen hat ist das am besten gehütete Geheimnis der Senioren!) und und und…

Eine solche Mammuttour wäre auch für manchen Jüngeren eine echte Herausforderung.

Für diese Leistungen wurden sie von den SV Dornach Motorradlern auf dem letzten Stammtisch geehrt. Mit Goldmedaillen und Urkunden für “Abenteuergeist, Unerschrockenheit und Mut bei der Eroberung des Ostens mit dem Motorrad” wurden die Senioren ausgezeichnet.

Die Motorsportabteilung gratuliert ganz herzlich.

          

 

 

 

 

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Wenn einer eine Reise tut . . .

SVD Biker fahren nach Albanien – an die Nordseeküste – in die Steiermark im Mai/Juni 2013

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Die SVD-Motorradler haben von jeher einen grundsätzlichen Hang zu Außergewöhnlichem. Wen verwundert da das pure Kontrastprogramm, welches sie dieses Jahr auf ihren drei großen Touren veranstalteten.

Den Anfang machte knapp drei Wochen lang die sechsköpfige Rentner-Truppe bereits Mitte Mai. Von den unwirtlichen Temperaturen im süddeutschen Raum angeödet, sagten sich drei davon: “Nichts wie weg von hier und das möglichst weit.” Südosteuropa schien ihnen geeignet. Und sie sollten alles richtig gemacht haben. 30° Lufttemparatur – 20° Wassertemparatur – 11° Weintemparatur. Das waren idealste Voraussetzungen. Durch Slovenien hinunter an die Adria, entlang der Küste über Bosnien Herzegowina, Montenegro führte die Reise nach Albanien und zurück. Weit über viertausend Kilometer durch ein wildes Land mit z.T. eben so wilden Verkehrsregeln – das war, was sie wollten.

Die anderen drei fanden ihre Idealbedingungen im hohen Norden. Während in den albanischen Bergen ein Kurven-Eldorado dem nächsten folgte, freuten sich die Nordlandfahrer auf dem flachen Land schon über jede abbiegende Vorfahrt. Dafür cruisten sie kreuz und quer auf traumhaften Abseits-Routen an der Nordseeküste, bei Kirschblütenpracht durch das Alte Land, auf einem Pferdefuhrwerk durch die Lüneburger Heide, setzten bei rauher See nach Helgoland über und grüßten die “Lange Anna” aus Bayern, ließen sich in Worpswede von Vogler, Modersohn, Mackensen und anderen alten Künstler-Kollegen begeistern. Butterzarte Maischollen satt – Matjes in allen Variationen satt – Heidschnuckenbraten satt – das waren die kulinarischen Highlights denen die drei wackeren Biker den absoluten Vorzug gaben. In Bremen bereiteten ihnen die Seenotretter der DGzRS einen herzlichen Empfang – und als dann noch am letzten Tag ihrer Vierzehntagesonne-Tour an der Elbe riesige Drei-, Vier- und Fünfmaster, z.T. unter vollen Segeln Richtung Hafengeburtstag Hamburg an ihnen vorbeizogen, hakten sie ihre Tour endgültig als “vollen Erfolg” ab.

Sechsundzwanzig SVD–Biker, welche noch nicht die Vorzüge zeitlicher Flexibilität der Rentner-Truppe geniessen können, warteten derweilen bis das Wetter Anfang Juni das Stadium “grottenschlecht” erreicht hatte. Dann starteten sie zur großen Steiermark-Tour – der Großteil als “Weicheier” in Vereins-Bussen – neun “Allseason-Biker” zogen das Motorrad vor. Was sie in vier Tagen erlebten, reicht sicher eine Weile als Gesprächsstoff an kommenden Winter-Bikerstammtischen. Sie wurden bis auf die Knochen naßgeregnet – freuten sich kindisch wenn das Thermometer mehr als + 5° Außentemparatur anzeigte. Das alles konnte aber die gute Laune der gesamten Truppe in keiner Weise stören – Unterkünfte und Gastronomie waren gepflegt – und wenn Achim bei der abendlichen Touren-Besprechung statt der “Nockalmstraße” von der “Nockherbergstraße” spricht, erreicht die Stimmung kurzzeitig schon mal den Siedepunkt. Einmal gab’s tatsächlich sogar blauen Himmel mit Sonne – dann aber, am letzten Tag, begann der große Regen und im Nu wurden kleinste Gebirgsbäche zu wilden Wassern. Auf den Pässen brach der Winter herein – die Motorradfahrt hinter einem Schneepflug her ist ein nicht alltägliches Erlebnis. Straßen wurden wegen Überschwemmungen gesperrt – man hangelte sich im pausenlosen Regen über Autobahnen und abenteuerlichen Landstraßen von Umleitung zu Umleitung, von Straßensperre zu Strassensperre möglichst nördlich – Richtung Heimat. Jeder kämpfte irgendwie darum, irgendwann und irgendwo den Inn überqueren zu können. Wie gesagt – die SVD-Biker lieben das Außergewöhnliche. Sie sind alle bestens gelaunt wohlbehalten wieder zuhause angekommen – der eine früher – der andere später – siebzehn “Weicheier” trocken – neun Biker pudelnass.
Nächstes Jahr fahren wir wieder.

 

 

 

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Motorbike-Open am Sonntag, 21. April 2013

zu lange hat der Frühling dieses Jahr rumgebummelt – soll er oder soll er nicht.

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Die SVD-Biker hatten es satt – längst schon haben sie bei flotten Fahrten die Spinnweben aus den Auspuffrohren geblasen – längst schon sind sie “auf der Spur”. Trotzdem waren sie wieder alle da, als am letzten Sonntag Bernhard Binsteiner zur traditionellen “Biker- und Motorradsegnung” vor der Aschheimer Kirche rief. Mit Schwung und sichtlicher Freude nahm Pater Sixtus nach seiner Predigt diese Aufgabe war – über die Maschinen und rund hundert Bikern und Besuchern ging ein erfrischender Weihwasser-Regen nieder. Höchst mühsam mußten wieder einmal die Kalkflecken auf hochglanzpoliertem Lack entfernt werden. Beim “Großen Anlassen” donnerten anschließend die Motoren von rund sechzig schweren Motorrädern los. Mit einem ellenlangen Konvoi mit viel Getöse durch die Aschheimer “main road” machte man sich schon mal bei den ersten besonders eiligen Autofahrern unbeliebt. Aber es hilft nix – Konvoi muß sein. Die Saison der Motorsportler im SV Dornach war nun auch offiziell eröffnet.

Stressfrei wie immer gestaltete sich der Besuch im “Monsalvy”. Strikte Abstinenz ist für die Biker auf allen ihren Ausfahrten von jeher oberstes Gebot – da ist es nicht verwunderlich wenn z.B. Harry bei “Weißwürscht mit Capuccino” beobachtet wird. Dem graust auch vor nix. Julias Schutzengel wurde noch auf dem Parkplatz das erste mal auf Trab gebracht, der sie um Haaresbreite davor bewahrte, von einem rückwärts rangierenden Automobilisten von der Maschine geholt zu werden. Die traditionelle Ausfahrt führte bei frischem Lüftchen nach Norden – tief hinein ins “Ludwig Thoma Land” – ins Dachauer Hinterland. Hier warnten Verkehrsschilder noch vor Glatteis. Die bezaubernde Hügellandschaft, die Menschen und das besonderes Licht hier machten schon Ende des 19. Jahrhundert Dachau neben Worpswede zu einer der bedeutendsten deutschen Künstlerkolonien. In einem kleinen Dorf statteten die Motorradler einen schon lange geplanten Besuch ab – dieser galt “ihrem” Pfarrer Mauthe. Nicht nur bei ihm waren bei der Begrüssung feuchte Augen und jede Menge Rührung zu bemerken. Er holte seinen Roller aus der Garage und mit dreissig Bikern auf vierundzwanzig Maschinen im Gefolge – die Nachbarn sahen es mit Staunen – ging’s ab zu Kaffee und überdimensionalen Kuchenstücken im Bauernhof-Cafe “Bumbaurhof”, irgendwo bei Markt Indersdorf. Die Rückfahrt gestaltete sich sportlich – die alten Herren der “Rentner-Crew” war schon wieder in Eile. Es mußte gepackt werden – drei von ihnen starten am nächsten Tag Richtung Albanien. Die anderen drei starten eine paar Tage später zu anderen Abenteuern. Sie werden die Küstengebiete an der Nordsee, die Ostfrisischen Inseln und Helgoland bereisen – das dürfte sowas Ähnliches werden. Hallo Nordlicher – nix für ungut !!

 

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4 Tage-Motorradtour ins Saarland vom 17. bis 20. Mai 2012

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Der handelsübliche Motor-Biker zeichnet sich in der Regel nicht durch Empfindsamkeit aus. Auch mit einer “eisheiligen kalten Sophie” hat er eigentlich kein Problem. Wenn sie wenigstens nur “kalt” gewesen wäre. Nein – dieses Mal war sie “antarktisch” – und wenn ihnen am Donnerstag früh um 7.00 Uhr zwischen Dornach und Aschheim die ersten Pinguine entgegen gekommen wären, hätten sich die SVD- Motorradler nicht sonderlich gewundert.

Sie starteten gerade auf achtundzwanzig Maschinen, aufgeteilt in fünf Gruppen, ihre große Tour in Richtung Luxemburg. Erster Stop in Augsburg – die klammen Finger wurden gerade gebogen und somit von den Lenkergriffen gelöst. Zweiter Stop in Ulm – während die BMW-Fahrer an der Tankstellen-Kaffeetheke lümmelten und über ihre Griffheizungen plauderten, krallten sich die Puristen ohne diesen Luxus am heißen Kaffebecher fest. Die Tränen in den Augen waren unwegwischbar – sie waren festgefroren. Doch dann sorgte die Morgensonne für “kuschelige” zwölf Grad – die Sache machte allmählich wieder Spaß. Die muntere Fahrt führte über die Schwäbische Alb – die Neuschneereste waren eben zerschmolzen – den Kraichgau, durch die Winelands um den Pfälzer Wald, vorbei an den Trifelser Burgen hinein in das Heimatland von Heinz Becker – das Saarland. Bei Saarlouis wurde Quartier für die nächsten Tage bezogen. Über fünfhundert Kilometer Fahrt und zehn Stunden im Sattel sind jedoch kein Grund, nicht nochmal richtig “auf den Pudding zu hauen” bevor man ermattet ins Bett fiel.

In den nächsten beiden Tagen durchkurvten die einzelnen Gruppen über rund vierhundert Kilometer nach eigenem Ermessen das Land. Man traf sich immer wieder einmal – ob in Saarburg mit seiner mächtigen Burgruine, der Altstadt von Luxembourg, im geschichtsträchtigen Trier, in Saarlouis, an der großen Saarschleife, vor allem aber beim Kurvenschaukeln durch das Müllerthal in der kleinen Luxemburger Schweiz.

Es waren ohne Ausnahme überaus lohnende Ziele. Hügeliges Bauernland mit Wiesen, leuchtenden Rapsfeldern, Äckern, Weinbergen und Wäldern entlang der Saar stehen optisch im krassen Kontrast zum Saar-Revier nebenan. Gewaltige Dampfwolken über Kraftwerks-Kühltürmen, einsame Fördertürme des Kohlebergbaus, rauchende hohe Fabrikschlote, Hartstein-Tagebaugruben, lärmende Stahlwerke und Eisengießereien prägen das Bild, verbunden mit einem eigenen Geruch. Das ist eine andere Welt, welche dem braven Biker aus dem Landkreis München eher fremd ist. Irgendwann hat man ja sicher vor grauer Vorzeit im üblichen Erdkunde-Wachkoma dem Lehrer zum Thema Hochofen und Stahlgewinnung zugehört. Jetzt waren sie nicht nur dabei – jetzt waren sie mitten drin. Die Dreistunden-Führung durch das Weltkulturerbe “Völklinger Hütte” war ein einziges faszinierendes Abenteuer. Bis auf die Gichtbühnen der Hochofenanlage in der stillgelegten Roheisenproduktion in knapp dreissig Metern luftiger Höhe kletterten sie auf schmalen Treppen hinauf. Diesmal hörten sie äußerst interessiert dem Werksführer zu. Die Abende wiederum gestalteten sich wiederholt feuchtfröhlich, zumal Reiner mittels exzellenter Kontakte auch schnell mal einen kompletten Linienbus für einen Fahrt zum Essen nach Saarlouis und zurück zum Nulltarif aus dem Hut zauberte.

Der letzte Abend hätte so schön sein können. Im Hotel fand eine türkische Verlobung auf türkisch mit vollem türkischem Programm statt. Die Biker waren sogar dazu eingeladen – sie freuten sich darauf. Vorher wollte man sich aber noch dieses “Champions-League-Finale dahoam” ansehen. Fazit: Die türkische Verlobung mußte ohne SVD-Beteiligung stattfinden. Ob das Paar glücklich wird, steht nun in den Sternen. Die Biker hingen auf alle Fälle unglücklich an der Bar oder legten sich unglücklich ins Bett.

Die Heimreise am Sonntag bei Superwetter gestaltete sich vielfältig. Ob über einen Abstecher ins französische Lothringen mit Flohmarktbesuch, über die Schwarzwald-Hochstraße oder sonstige Pfade in Richtung Bayern – das Ziel war das Gleiche. Neun Stunden und rund 500 Kilometer später liefen die Gruppen in kurzen Abständen mit malträtierten Sitzmuskeln und erheblichem Kreuzweh aber sonst wohlbehalten wieder im Aschheimer Monsalvy ein. Schön war’s und lustig war’s dank einer perfekten Planung und Organisation in Verbindung mit zweiunddreissig zünftigen Motorradfahrern. Und was würde Heinz Becker zum Bayern-Spiel sagen ?: “joh geh fodd”

 

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Motorradsegnung und Saison-Eröffnung der Motorbiker 2012

Erst das große Zittern… (ob das Wetter hält), dann das große Anlassen

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da haben Petrus und Bernhard Binsteiner wohl etwas gewaltig durcheinander gebracht. Das seit vielen Jahren gewohnte Prachtwetter mit Frühlingslüftchen, Blumenduft und Vogelgezwitscher blieb dieses Mal aus. Dichter Eisgraupel prasselte stattdessen pünktlich zur üblichen “Kreisel-Promenade” auf die braven Biker nieder.

Applaudierendes Publikum war mengenmäßig äußerst überschaubar. Wenigstens die Segnung durch Pater James fand im Trocknen statt. Dann donnerten beim taditionellen “Großen Anlassen” die schweren Motoren los. Kurz darauf mischten sich unter die Weihwasserspritzer auf poliertem Chrom und Lack bereits die ersten Regentropfen. Sichtbar hatte sich unter den Umland-Bikern auch  die “Spreu vom Weizen getrennt”. Eine ganze Menge der gewohnt achzig bis hundert Motorradfahrer hat sich anscheinend nach einem frühen Blick durchs Fenster die Bettdecke wieder über die Ohren gezogen. Nur rund vierzig der harten, der wahren “Allseason-Biker” ließen sich nicht verdriessen. Ihnen gilt aller Respekt. Egal ob sie froren oder naß wurden, eine harte Maibaumwache hinter sich hatten oder erst kurz davor von der Oldie-Party am Dornacher Maibaum heimgekehrt waren – sie waren da. Viele Bux-Büscherl blieben unverkauft.

Trotzdem blieb das große Schaulaufen zur Freude aller nicht aus.Utz hatte sein neues “mundgeblasenes airbrush-veredeltes Luxus-Topcase mit Beleuchtung” auf seiner Road King montiert – doch die Konkurrenz schlief nicht. Auf dem “catwalk” hatten auch die Mädels einiges anzubieten. Alexandras neue Neonjacke stach förmlich ins Auge, Bines neue Ledercombi, figurbetont und grazil war ein Hingucker – und natürlich Jennys neue Harley einschließlich Top-Outfit zogen die Blicke auf sich.

Für die hartgesottenen Senioren-Langstreckenbiker war das jedoch alles Kinkerlitz. Sie rechnen fest damit, bei ihrer anstehenden Tour durch die Karpaten bis hinunter ans Schwarze Meer unterwegs von einigen der vielen miesgelaunten wilden Hirtenhunde erwartet zu werden. Da waren neben einer schnellen Maschine eher Unauffälligkeit, Wadlschoner und reissfeste Hosenbeine gefragt.

Die geplante kleine Tour in’s Dachauer Hinterland mußte leider wetterbedingt ausfallen – doch der Ersatz-Einkehrschwung in’s MONSALVY war die einzig wahre Alternative. Hier war es gemütlich, das Bier wohltemperiert, die Weißwürscht’ hervorragend, die Stimmung bestens. Was wollte man mehr.

 

 

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Sonnenschein, buntes Laub, Kurvenschaukeln und beste Laune

bei der Indian Summer Tour am Samstag, 06. Oktober und Saisonabschluss 2012

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Egal, welche Wettervorhersage man auch zu Rate zog – ein milder Indian Summer-Tag war am geplanten letzten Sonntag auch bei aller Kompromissbereitschaft nicht erkennbar. Im Gegenteil – die Wetter-Prognose für das Oberland lautete durchgängig: “grottenschlecht”. Die Nachricht vom kurzfristigem Termin-switch auf Samstag wurde mit allen gängigen modernen Informations- und Kommunikantionsmöglichkeiten erfolgreich in den Äther gejagt. Mit dumpfen Motorengrollen liefen darauf immerhin zwanzig Biker auf siebzehn Maschinen pünktlich am Treffpunkt ein.

In zwei Gruppen machten sie sich auf die rund dreihundert Kilometer-Reise. Selbst die Rentner-Crew war nach ihrer tags zuvor köstlichen aber langzeitverdaulichen Mega-Enten-Knödel-Blaukraut-Bier-Orgie beim Poschner auf der Wiesn zwar mühsam aber soweit wieder in der Lage, auf’s Motorrad zu klettern. Bei der Auswahl ihrer zwei Road-Captains bewiesen die Motorradler wieder mal ein glückliches Händchen. Steffen stellte eine individuelle und überaus abwechslungsreiche Tour Richtung Starnberg, im Pfaffenwinkel um den Hohen Peißenberg, hinein ins Ostallgäu zur Wieskirche, über Reutte im Tiroler Außerfern und vorbei am glasklaren Plansee, über den Ammersattel Richtung Ettal und durch malerische Dörfer Richtung Heimat zusammen. Sie wurde bei absolutem Biker-Wetter in Verbindung mit traumhaften Kurven, Sonnenschein, Wärme, herrlicher Fernsicht, lauem Fönwind und kunterbuntem Herbstlaub zur gewünschten Reise für die Sinne.

Achim machte anderweitig von sich reden. Er schaffte es mit dem, ihm eigenen Sinn für Situationskomik, die Tür der einzigen Tankstellen-Toilette nach seinem Besuch bis auf weiteres zu blockieren und damit den unglücklichen “auch Müssern” das Wasser in die Augen zu treiben. Damit nicht genug – er verpasste auch dem bis dahin irgendwie gelangweilt wirkenden Tankwart die Denksportaufgabe, wie eine von außen sperrbare Klotür zu öffnen ist, in der innen der Schlüssel steckt. Es ist immer wieder das umwerfend Symphatische in der Runde der SVD-Biker, daß wirklich jeder, ohne Rücksicht auf Unterhaltungswert zeigen kann, zu was er allem fähig ist. Irgendwie liebenswert.

Der abendliche Einkehrschwung mit Absacker letztendlich in den Monsalvy-Garten in Aschheim entsprach der gesamten Tour – einfach schöööön!

Mit diesen Tages-Highlights ging eine außerordentlich abenteuerliche, vielfältige, lustige und unterhaltsame Motorrad-Saison mit zig tausenden von gefahrenen Kilometern, Gottseidank auch wieder ohne schwerwiegende Unfälle zu Ende. Die zahlreichen gemeinsamen Erlebnisse bieten an den Biker-Stammtischen beim Schafflerwirt ausreichend Stoff um gut über den Winter zu kommen und im nächsten Jahr ohne Entzugserscheinungen wieder zu sagen:
“Ladies and Gentlemen – start your engines” – oder auf guat boarisch: ” oiso nacha – na pack’ ma’s wieda”.

Alle, welche mangels Kontakt-Daten nicht erreicht werden konnten oder die Terminänderungs-Info auf unserer Internetseite nicht rechtzeitig gelesen haben, mögen uns verzeihen. Wir fahren nächstes Jahr wieder.

 

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Seniorenausflug 2012 – mit dem Motorrad ans Schwarze Meer

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Vom 18. Juni bis 09. Juli 2012 sind sechs Dornacher Biker unterwegs zu einem großen Abenteuer ins Donaudelta in Rumänien.

Eben haben sie ihre unendlich verschwitzen und verstaubten Motorradmonturen gegen luftige Jeans und Shirts getauscht. Fast fünfeinhalbtausend Kilometer sind sie gefahren – morgen wollen sie wieder zuhause sein. Die sechs älteren Herren in dem kleinen niederösterreichischen Hotelgarten heben ihre Weingläser und schmunzeln. “Hätten wir diese Tour nicht doch zusammen mit unseren Frauen unternehmen sollen?” Ein Aufschrei – heftiges Kopfschütteln – “nie und nimmer!” ist ihre ungeteilte Meinung. Zu oft hätten gewisse grenzwertige Situationen und Begebenheiten ihre Toleranzgrenzen überschritten. Zu oft wären sie mit ihren Vorstellungen von Mindestkomfort völlig daneben gelegen. Zu oft hätten sie sich beim Anblick undefinierbarer Speisen und Getränke mit Schaudern abgewandt. Zu oft hätten die gewählten Wege zu vehementer, kompromissloser Verweigerungshaltung geführt. Es war besser so.

Vor drei Wochen waren sie mit ihren vollgepackten schweren Motorrädern aufgebrochen. Jo hatte seit Weihnachten an einer “abwechslungsreichen” Tour zum Mündungsdelta der Donau am Schwarzen Meer gebastelt. “Abwechslungsreich” kann im nachhinein als stark untertrieben bezeichnet werden. Mit gewisser Nachdenklichkeit ließen sie die Tour nochmals Revue passieren.

Die Route führte quer durch Österreich über Wien, durch Nord-Ungarn, durch die Steppenlandschaften der Puszta hinein nach Rumänien. Durch Maramures im Norden an der ukrainischen Grenze, vorbei an den bunt bemalten Moldau-Klöstern, bergauf, bergab durch die Ostkarpaten und die wilden Schluchten des Bicaz-Passes hinunter Richtung Südosten nach Tulcea am Beginn des Donaudeltas. Die Maschinen wurden untergestellt und mit kleinem Gepäck ging es auf Schiffen weiter – alten Seelenverkäufern oder noch älteren russischen Tragflügel-Speedboats.

Am zehnten Tag um 16:45 Uhr nach über zweitausend gefahrenene Kilometern standen sie in Sulina an ihrem Ziel. Bei Flußkilometer – 0 – und bis zu den Wadln im Schwarzen Meer und fast dreitausend Kilometer vom Ursprung der Donau im Schwarzwald entfernt. Auf Schleichfahrt durchtuckerten sie per Boot das Biosphärenreservat “Donaudelta” mit seinem Labyrinth verschlungener Kanäle, stiller Seen und mannshoher Schilfgürtel. Aus nächster Nähe in freier Wildbahn Eisvögel, Reiher, Schwarzibise, Seeadler, Kormorane, Blauracken, Pelikane und weiteres, nur aus dem Tierpark bekanntes Geflügel zu erleben, war schon etwas Besonderes. Die Kameras klickten ohne Ende. Erschreckend empfanden sie, mit welcher Unbekümmertheit dieses einzigartige sensible Naturschutzgebiet mit tausenden von PET-Flaschen und sonstigem Unrat zugemüllt und die Donau als Müllabfuhr mißbraucht wird.
Zurück in Tulcea starteten sie wieder ihre Maschinen um nun wieder westwärts zu fahren. Vorbei an der vegetationsfeindlichen Mondlandschaft der Schlammvulkane wieder hinein in die Bergwelt der Südkarpaten führte die Reise durch Transsilvanien bis Brasov. Fast jeden Tag fuhren sie bei Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad. Irgendwann standen sie vor Schloss Bran, dem angeblichen ehemaligen Hauptquartier des walachischen Fürsten “Vlad III. dem Pfähler” alias Dracula. Bei dem Touristenrummel, dieser Hitze und dem grellen Sonnenlicht hatte dieser mit Gewissheit keine große Lust, seine kühle angenehme Gruft zu verlassen – der Knoblauch wurden ungenutzt wieder weggepackt.

Die Fahrt ging weiter – hinauf über die abenteuerlichen serpentinen- und kehrengespickten Pisten des Transfagarasan-Passes und Urdele-Passes der Transalpina, den höchsten Straßen Rumäniens in unwirtliche Höhen. Sämtliche Sinne waren permanent angespannt – hinter jeder Kurve waren ohne Vorwarnung mit losem Sand, Schutt, Pferdefuhrwerken, freilaufenden wilden Hunden, Eseln, Pferden, waschzubergroßen Schlaglöchern, ungesicherten Baugruben in denen ein Motorrad samt Fahrer verschwinden kann oder ähnlichen unliebsamen Überraschungen zu rechnen. Sibiu war das nächste Ziel und von da aus ein kurzer Abstecher nach Urwegen, einem kleinen Dorf, in dem noch ganze elf evangelische Siebenbürger Sachsen ihre Kultur, ihre Bräuche, ihre Trachten und ihre Kirche pflegen. Maria, über 70 Jahre alt, ihr Sohn und Freunde gewährten zwei Tage lang überwältigende Gastfreundschaft. Die Biker fühlten sich endlich wieder einmal irgendwie zuhause.

Sie fuhren bisher abseits der Hauptverkehrswege durch ein eher landwirtschaftlich strukturiertes Land. Die Zeit ist hier absolut stehen geblieben. Pferdefuhrwerke als hauptsächliches Transportmittel für Familie, Kind und Kegel, Heu oder Brennholz bestimmen das Bild. Die Leute scheinen vorwiegend Selbstversorger zu sein – in den Gärten baut man Mais, Kartoffeln, Tomaten und Paprika an – gelegentlich schaute eine Kuh über den Zaun. Die Uhren laufen hier sehr langsam – nur immer wenn die sechs Biker durch die langgezogenen Straßendörfer donnerten, kam Leben in die Bude. Die Alten winkten beidhändig von ihren Bänken am Haus, die Mädels lachten, die jungen Burschen wären gerne mitgefahren, johlende Kinder und kläffende Hunde rannten lange hinterher. Hunde gab es überall – vor allem aber in großer Zahl totgefahren und nun als übelriechende Kadaver an der Straße. Trotz aller Einfachheit wirkte doch alles irgendwie aufgeräumt und beileibe nicht ärmlich. Nur beim Anblick mancher riesiger allmählich verfallender Industrieanlagen aus vergangenen Zeiten kam gewisse Endzeit-Stimmung auf.

Auch die Biker blieben von gewisser Abnutzung nicht verschont. Doch Sturzschäden, verlorene Rückspiegel, gebrochene Schalthebel und Kupplungsgriffe, verstopfte Benzinfilter und defekte Magnetventile wurden mit Eigenmitteln, viel Phantasie und auch der Hilfe bereitwilliger Einheimischer wieder instandgesetzt – Verletzungen versorgt und verarztet. Die SVD-Biker ließen sich nicht aufhalten. Auch nicht, als vier Tage vor geplanter Heimkehr in einem elenden, staubigen rumänischen Kaff die Moto Guzzi-Benzinpumpe den Geist aufgab – mit Bordmitteln nicht zu reparieren. Man ließ Harry nicht bei 35 Grad, in durchschwitzter Motorradmontur und 30 Kilo Gepäck in der Wüste stehen. Seine Packtasche und er wurden auf Klaus’ und Jo’s  Maschinen verteilt und weiter ging die wilde Fahrt. Endlich war wieder Ungarn erreicht. In einem vornehmen Wellness-Hotel bei Debrecen pflegten sie ihre strapazierten Glieder – um am Abend in einer abgelegenen Puszta-Kneipe das lustigste Fest der gesamten Reise zu erleben. Nur Harry war traurig – er hielt eine Fahrt als Sozius über tausend Kilometer nicht durch und organisierte bereits seinen Rückflug von Budapest. Doch an diesem Abend zeigte sich auch ihre Verbundenheit und ihre Kameradschaft mit dem Satz: “Wir sind zu sechst weggefahren und werden zu sechst wieder heimkommen”.  Wolfgang überreichte Harry den Zündschlüssel seiner BMW und kletterte als Sozius auf Jo’s Maschine.

Inzwischen sind alle fröhlich, vollzählig und gesund zuhause eingetroffen – von ihren lieben Frauen aufatmend in die Arme genommen. Auch die Guzzi ist schon per KFZ-Rückholdienst auf dem Weg (und inzwischen wieder in der heimischen Garage).  Daß Max zwei mal der Schalthebel gebrochen war, wußte er selber – daß er sich aber bereits am zweiten Tag bei seinem Sturz das Bein gebrochen hatte, sagte ihm jetzt erst sein Arzt.

Hund’ san’s scho – die Rentner-Biker vom SV Dornach – und der Max ist ein besonders harter.

 

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