Dolomitentour vom 04. – 07.06.2015

 

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Fast der gesamte Mitgliederbestand der Abteilung – Motorradsport – des SV Dornach schwang sich am vergangenen Donnerstag in die Sättel ihrer schweren Maschinen zur viertägigen Großen Motorradtour durch die Dolomiten.

 

Siebenundzwanzig Teilnehmer im VW-Bus und auf einundzwanzig Motorrädern donnerten in fünf Gruppen am frühen Morgen bei prachtvollem Wetter Richtung Süden. Es gelang perfekt, die G7-bedingten Behinderungen zu umfahren – doch einige unvorhersehbare Fronleichnamsprozessionen in Italien bremsten dann doch ihren Vorwärtsdrang erheblich.

 

Von ihrem Quartier am Fedaia-Pass aus starteten sie über drei Tage ausgedehnte Touren – weg vom Trubel der klassischen überlaufenen Dolomiten-Routen – über die vielen anderen Traum-Pässe der östlichen und südlichen Dolomiten. Kurven und Kehren bis zum schwindlig werden – und das bei blauem Himmel, Sonnenschein, auch mal 35°  Hitze, bis jeweils in den späten Nachmittag – dann zogen immer wieder dunkle Regenwolken in die Täler.

 

Nur einmal schafften sie es nicht, rechtzeitig zuhause zu sein. Aus leichtem Regen wurde Prasselregen, daraus entwickelte sich ein halbstündiges Hagelunwetter mit Blitz und Donner. Da hilft eine Regenmontur nur noch bedingt. Der Giau-Pass auf 2300 Meter wurde von einigen bei gefrorenem Hagel-Strassenbelag und Glatteis im Schritt-Tempo, Balancekünsten und mit viel Gottvertrauen bezwungen.

 

Die Heimfahrt am vierten Tag, wieder bei bestem Biker-Wetter, über die Serpentinen der Großglockner-Hochalpenstrasse  gehörte schon zu den Highlights dieser Tour. Nach 1300 gefahrenen Kilometer liefen die vier Gruppen gutgelaunt, komplett und ohne Ausfälle  wieder zuhause ein. Das gemeinsame Abschluss-Weißbier beim Wirt in Aschheim war phantastisch.

 

Einst…

    Dolomitentour 2003

 

… und heute

 

   Dolomitentour 2015

 

 

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Motorradsegnung am 25. April 2015

 

Eine kräftige Morgensonne am blauen Himmel hatte die Regenwolken der Nacht rechtzeitig verdrängt. Rund siebzig Motorradsportler mit ihren blitzenden Maschinen der verschiedensten Kaliber hatten sich wieder zur traditionellen Motorradsegnung am Aschheimer Kriegerdenkmal eingefunden. Dazu eine ganze Menge Zuschauer – darunter wie gewohnt  Herr H.J. Engelmann – ehemaliger Bürgermeister und jetzt „Biker honoris causa“ sowie erstmalig auch Herr Thomas Glashauser als 1. Bürgermeister – noch etwas schüchtern – aber das wird schon noch.

Die blühenden Zierkirschbäumen und die bunten Tulpenrabatten am neuen St. Emmeram-Brunnen gaben eine prächtige Kulisse. Die in Biker-Heimarbeit gefertigten Buxbüscherl gingen, angekurbelt von den Bisteinerbuben, rasant über den „Ladentisch“. Der Erlös kommt ungekürzt in das Sparschwein für das soziale Engagement der SVD-Motorradler.

Herr Kurat Stephan Ostrowitzki, an seiner Kleidung unschwer als Motorsportbegeisterter zu erkennen, erbat den göttlichen Segen auf die erwartungsvolle Schar der Biker. Damit verbunden die Bitte, auch den „Schandis“ eine göttliche Eingebung zu vermitteln, hin und wieder mal ein Auge zuzudrücken. Den obligatorischen Weihwasserregen nahm man wie üblich gerne in Kauf. Dann unterbrach das Aufheulen der vielen hubraumstarken Motoren den sonntäglichen Frieden. Der anschließende Korso auf der Aschheimer „mainroad“ zu den Kreiseln nach Dornach bzw. nach Ismaning wurde mit dem Einkehrschwung in’s geliebte Monsalvy beendet.

Eine gemeinsamer flotter kleiner „200 km-Ausritt“ unter traumhaften Bedingungen ins Oberland über die Dörfer Richtung Riegsee war dann noch das i-Tüpferl an diesem Tag. Danke an Bernhard und Steffi Binsteiner für eine perfekte Organisation – Danke an alle Hintergrund-Werkler. Und liebe Autofahrer, nehmt bitte auch diese Saison wieder Rücksicht auf Motorradfahrer – auch wenn’s manchmal schwerfällt. Uns Bikern geht’s manchmal mit euch genauso.

 

Kaiserwetter im Kaisergebirge

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Es war wieder eine schöne 350 km-Tour bei bestem Bikerwetter – vor allem war es wieder richtig lustig.

 

Richard hat eine Super-Tour zusammen gestellt – viele Kurven allererster Klasse. Wir haben diesmal etwas ausprobiert, was wir bisher noch nie praktiziert haben.  Nachdem das Ziel  – Kaiserhaus/Tirol – bekannt war, sind die beiden Gruppen a` sieben Maschinen von verschieden Seiten angereist. Die eine Gruppe über den geplanten Hinweg – die andere Gruppe über den geplanten Rückweg. Kaum zu glauben aber wahr – wir haben uns am Kaiserhaus alle getroffen. Es ist natürlich auch möglich, dass der Leader der ersten Gruppe sein Navi kopfüber in die Halterung geklemmt hat und deswegen erst den Rückweg gefahren ist. Sollte evtl. mal nachgeprüft werden. Das und einiges andere wären natürlich wieder Steilvorlagen für einen Bericht in den Ortsnachrichten geworden – nur sieht das die Gemeindeverwaltung Aschheim nun endgültig als nicht wünschenswert, weil diese Art von Berichten „mit Einschüben zur Belustigung des Lesers” der Ernsthaftigkeit eines amtlichen Ortsnachrichtenblattes nicht entsprechen. Zur Strafe, weil die zweite Gruppe die geplanten Route gefahren ist, wurde sie am Schliersee nochmal richtig nass gemacht. Irgendwas hätte gefehlt wenn es anders gewesen wäre.

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Seniorenausflug der „Glorreichen 7“ durch den Balkan

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Wieder hatten sie ihre Motorräder bepackt – wie professionell, das stellte sich unterwegs heraus, als der Inhalt einer offenen Duschbad-Flasche in der Gepäckrolle für herbfrischen Duft für den Mann sorgte und sich aus einem undichten Kanister bestes Reserve-Getriebeöl gleichmäßig im Seitenkoffer verteilte.  Für die Betroffenen lästig, trägt aber so etwas beim Rest der Truppe immens zur allgemeinen Heiterkeit bei.

Der Maschinen-Check verlief positiv  – die Männer waren fit – Diclofenac und ähnliche altersspezifische Pillen waren in ausreichenden Mengen gebunkert. Somit perfekt ausgerüstet und präpariert schwang sich die siebenköpfige Altherren-Crew relativ locker in die Sättel ihrer schweren BMW- und Harley Davidson-Maschinen. Vorhandene Ehefrauen, Kinder und Enkel wurden geküsst – die Reise konnte beginnen.

Eigentlich wollten sie es dieses Mal etwas ruhiger angehen lassen, doch letztendlich standen nach vierzehn Tagen wieder um die dreitausend Kilometer auf dem Kilometerzähler. Traumhafte Motorrad-Strecken führten vorbei an den Seen im Salzkammergut quer durch Österreich über Wildalpen und Seebergsattel Richtung Südosten. Erster längerer Aufenthalt war Heviz, kurz vor dem Plattensee, in einer gemütlichen, gepflegten Hotelanlage. Abgekämpft und verschwitzt kletterten Sie von den Maschinen und wurden gleich als erstes von einem kleinen Herrn aus Luxemburg angeblafft.  Sie würden just auf seinem Parkplatz  stehen (weil er dort jedes Jahr parkt). Unter welche Spießer war man denn hier geraten ? Die Situation war schnell gütlich geklärt – die Biker nickten ihm täglich vom Pool aus mit ihren Weingläsern in der Hand zu, während er mit seiner mäßig attraktiven Frau spazieren gehen musste. Recht geschah ihm.

Nach ausgedehnten Exkursionen per Motorrad und Schiff um und über den See brachen sie nach drei Tagen Richtung Süden auf. Auf zermürbenden Hoppelstraßen ging’s viele, viele Kilometer quer durch Ungarn um abends in Sisak in Mittelkroatien Unterkunft zu suchen. Stünden nicht immer wieder, von unzähligen Einschusslöchern aller Kaliber durchsiebte Häuser an der Straße –  die friedliche kleine Stadt an der Kupa ließe nicht vermuten, was sich hier vor zwanzig Jahren während des Kroatienkrieges abgespielt hat. Die prächtig blühenden Rosenbüsche vor den Ruinen geben einen eigentümlichen Kontrast. Hier erlag auch der deutsche Journalist Egon Scotland seiner Schussverletzung.

Erstmals wurde nun die Dichtigkeit der Regenkombis geprüft. Doch auch bei Schlechtwetter präsentiert der Nationalpark um die Plitvicer Seen eine grandiose Landschaft. Zu Fuß und per Fähre erkundeten die wackeren Biker inmitten zahlloser japanischer Touristen dieses schöne Fleckchen Erde. Vor wilden freilaufenden Bären wurde gewarnt – weitaus furchterregender empfand man jedoch den Wutausbruch einer fernöstlichen Reiseleiterin über zwei Damen ihrer Reisegruppe. Diese hatten anscheinend das strenge  Pinkelzeitreglement ignoriert. Das Schiff sollte längst ablegen. Mit lautstarken Durchhalteparolen unterstützten die Motorradler von Bord aus die mit hängender Zunge herankeuchenden schon älteren Mädels. Dafür wurden sie von der Chefjapanerin mit tiefster Verachtung gestraft. Irgendwie war jeder froh, in diesem Fall kein Japaner zu sein.  

Zunehmend starker Wind begleitete sie nun auf ihrer kehrenreichen Route hinauf zu den Gipfeln im Mala Kapela-Gebirge. Dann lag es weit unten vor ihnen – das Meer. Bei Senj trafen sie auf die Küstenmagistrale. Überfallartige enorme Windböen der Bora gestalteten das Queren vom Festland über die weit gespannte Krk-Brücke auf die Insel nicht ganz einfach. „Högschte Konzentration“ war angesagt. Die gesamte Strecke durch das Gebirge wurde Stunden später für LKW und Motorräder gesperrt. Wieder mal Glück gehabt.

Mit der Fähre setzten die unverdrossenen Biker nun auf die Insel Cres über. Weißer Karst, herrliches Kurvenschwingen entlang am türkisblauen Meer, hoch in den Lüften kreisende Adler – das war der Weg hinunter nach Mali Losinj. Der Ort selbst malerisch gelegen, laut und quirlig. Die Eckkneipe mit Fernseher inkl. kroatischer WM-Übertragung ideal gelegen. Die Unterkunft mit etwas verblichenem Charme – zwar zu teuer, dafür mitten im Geschehen. Die hausgemachten Spezialitäten zum Frühstück einfach umwerfend. Zusammen genommen genau das Richtige für die strapazierten SVD-Biker. Zudem war die Tochter des Hauses ein schönes Kind.

Es war an der Zeit, den Rückweg anzutreten. Im Norden von Cres setzt die Fähre nach Plomin auf Istrien über. Von dort führte die Piste weiter über Pazin quer durch’s Land nach Vrsar, Nähe Rovinj. Nach täglich acht bis zehn Stunden im Sattel hatten sie sich das verdient: vier Tage relaxen – in einer gepflegten Ferienanlage mit Pool und umfangreichem Frühstücksbuffet  –  mit einem kleinen Hafen zum Bummeln – mit vorzüglichen Restaurants und köstlichem Eis aus der Tüte – in der Vormittagskühle durchs Land tuckern – danach das Bad in Pool und Meer  – alles vorab gebucht – das war es, wovon sie schon so lange träumten. Die gebratenen Schweine in den Konoba-Grills an der Straße luden zum Halt ein – wer Hammel bestellte, den bestrafte der Hammel. Er schmeckte nicht gut.

Nach hellem Sonnenschein der letzten Tage wurde es bei der Rückreise durch Slowenien zunehmend finster. Zuerst bei einer Tour durch die Stalaktiten-Welt der berühmten Adelsberger Grotte in Postojna – danach rabenschwarz  in den Bergen Richtung Predilpass nach Italien. Ein noch nie erlebter Gewittersturm beendete die Wohlfühlstimmung abrupt. Blitz und Donner – Prasselregen, aber hallo – kein Unterschlupf und noch zehn Kilometer zu fahren. Im dritten Gang, ohne Sicht, die Maschine krampfhaft in der Balance haltend, kämpften sie sich bis Bovec durch. Eine Unterkunft wurde gesucht und gefunden – die Klamotten zum Trocknen aufgehängt – hundert Meter Klopapier in die nassen Stiefel gestopft – und schon saß man wieder gut gelaunt in geschützter Position beim Feierabendbier. Das gönnten sie sich auch eineinhalb Tage später nach entspannter Fahrt durch Friaul, Kärnten und Steiermark als sie letztendlich am Fliegerbräu in Feldkirchen die Zündschlüssel abzogen. Braun gebrannt, zufrieden und guter Dinge hoben sie ihre Weißbiergläser. Und der Blick in die Runde ließ erkennen – ihren Zündschlüssel wollen sie noch lange nicht abgeben.

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4 Tage-Motorradtour durch das Vogtland

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vom 29. Mai bis 01. Juni 2014Geschneit hat es diesmal nicht – aber es hat geregnet wie im letzten  Jahr. Und wie auch im letzten  Jahr schüttelten diverse Nachbarn die Köpfe – und wie auch im letzten Jahr tippten sich diverse Ehefrauen, ohne auch nur die geringsten Anflüge von Mitleid, mit dem Finger an die Stirn. Fünf Grad plus Start-Temperatur verleiten nicht gerade zu hemmungslosen Jubelanfällen – trotzdem kletterten vierundzwanzig Biker, innerlich fluchend – nach außen hin unbeeindruckt auf ihre Maschinen.

In mehreren Gruppen und auf verschiedenen Routen  – die eher „Zartbesaiteten“ auf der Autobahn, die „Ironbutt-Fraktion“ über böhmische Dörfer – kämpften sie sich im Dauerregen bis in die Nähe von Klingenthal im schönen Vogtland. Das Hotel in Grünbach erwies sich als bestens geeignet für gepflegten Aufenthalt. Die Küche einschließlich Frühstücksbuffet empfand man als ausgesprochen lobenswert – bei den, anlässlich der Hotelbuchung ausgehandelten Sonderkonditionen in Form von täglicher Begrüßungs-Alkoholika aller Art trieb es dem einen oder anderen schon mal die Tränen in die Augen.

Das Wetter an den folgenden drei Tagen entwickelte sich dann aber zum Biker-Wetter erster Wahl. Die vielen Sehenswürdigkeiten unterwegs – nicht gerade spektakulär aber liebenswert – vorwiegend kleine, verkehrsarme Kurven-Straßen durch Felder, Wiesen und Wälder in einer lieblichen Hügellandschaft machten das Motorradfahren wieder zu dem Spaß den man sich vorgestellt hat. Besonders hervorzuheben waren die Exkursion unter fachkundiger Führung, tief hinein in das technisch hochinteressante Innere einer Talsperren-Staumauer – das „Erdachsenschmieren“ in Pausa – ein Kuriosum mit nebulöser Entstehungsgeschichte und nicht zuletzt allerfeinste „Sächsische Rinderroulade mit Klößen und Rotkohl“ (auf deutsch: Rindsroulade mit Knödel und Blaukraut) – und natürlich die zünftige Einweihung Richards kleiner Südtiroler Knöpferlharmonika, welche zufällig genau in seinen Motorradkoffer passte.

Es war wieder eine Motorradtour nach Wunsch  –  durch ausgesuchte und auch mal ungewöhnliche Landschaften – in zünftiger, gepflegter und unverkrampfter Gesellschaft  und vor Allem  „tock tock tock“ unfallfrei. Freunde – die auch dieses Mal irgendwie mit der Planung und Durchführung oder auch als Tour-Gides kerniger Kurvenfahrten zu tun hatten – DANKE – fühlt euch auf die Schulter geklopft.

Für die siebenköpfige Rentner-Truppe war das eine willkommene letzte „Trainingseinheit“ für ihre anstehende Vierzehn Tage-Tour durch Ungarn, Kroatien, an die Küste – über die Inseln nach Istrien, durch Slowenien und Italien wieder zurück. Schließlich gab’s ja schon wieder eine Rentenerhöhung, die auf den Kopf gehauen werden muss !

 

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Motorradsegnung – schneller Segen zwischen zwei Regengebieten

Morgens um neun Uhr sah alles noch nach einer Absage aus: Dauerregen!!

Aber das Regenradar, das die Organisatoren seit 8 Uhr morgens im Auge behielten, zeigte für Mittag ein niederschlagsfreies Zeitfenster voraus, was die Dornacher Motorradler voller Optimismus als „göttliche Fügung“ interpretierten: die Motorradsegnung sollte stattfinden.

Und tatsächlich, der Wind trocknete die Straßen und es blieb trocken. Es fand sich ein recht überschaubares Grüppchen von etwa 30 unerschrockenen Bikern mit ihren Maschinen, einige Fahrrad und Roller fahrende Kinder mit ihren Eltern und einige neugierige Zuschauer ein, die die guten Wünsche für eine unfallfreie Saison von Pater Lukas entgegennahmen. Die von den SVD-Bikern selbst gebundenen Buchsbüschel sollten die Kraft des Segens unterstützen. Sie konnten zu zwei Euro erworben werden. Der Erlös wird von den Motorradlern zusammen mit anderen Spenden, Tourenbeiträgen etc. wie immer am Jahresende für einen guten Zweck gespendet.

Im Anschluss an die Segnung wurde der scheidende Aschheimer Bürgermeister Englmann von den SVD Bikern geehrt. Er war seit den Anfängen dieser Tradition vor über zehn Jahren stets dabei und vermittelte den Motorradfahrern mit seinen guten Wünschen zur jährlichen Saison immer ein gutes Gefühl – dafür war ihm meistens eine attraktive Bild-Berichterstattung in der lokalen Presse sicher.

Die Motorradfahrer des SV Dornach bedankten sich für diese Treue und verliehen Herrn Helmut Englmann als Geste der Anerkennung, den „Großen SVD-Biker in Blech“ verbunden mit den besten Wünschen für seinen nächsten Lebensabschnitt. Dazu gab es noch eine Dose Kettenfett – damit auch weiterhin „alles wie geschmiert“ läuft, und sei es nur die Kette des Fahrrades, auf dem der Bürgermeister angefahren kam. Ein von den SV Dornach Bikern anlässlich des Gegenbesuchs der Motorradler aus der Partnergemeinde Mougins selbst gestaltetes Halstuch und ein Buchsbüscherl komplettierten die Geschenke. Herr Englmann bedankte sich mit herzlichen Worten und lud die Motorradler zur bevorstehenden Einweihung des neuen St.-Emmeram-Brunnens am kommenden Mittwoch ein, wo er diesen ein „Frei-Limo“ (Bier und Motorradfahren geht ja nicht!) versprach.

Anschließend durfte der Bürgermeister noch das Kommando zum großen Anlassen der Motoren geben „Ladies and Gentlemen, start your engines“.
Zum Abschluß der Segnung ging es im Korso durch den Ort zum Dornacher Kreisel und zurück.
Damit war die Segnung beendet – man wollte schließlich das „wettergöttliche Wohlwollen“ nicht überstrapazieren.

 

 

 

Saisonabschluß – “Indian Summer-Tour” am Sonntag, 13. Oktober 2013

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Es war äußerst unerfreulich, was sich dem wackeren Biker am frühen Sonntagmorgen beim schlaftrunkenen Blick aus dem Fenster offenbarte. Prasselregen – und das Thermometer am Fensterbank’l zeigte auch nur wenige Grade über Null. Mit einem kräftigen  “. . . . . . . . !!!” sank er zurück in die Kissen. Doch der grundsätzliche Optimismus eines Motorradfahrers bestätigte sich Minuten später beim Blick auf das Wetter-Radar auf seinem PC. Das Regenband zog Richtung Osten ab und pünktlich um 9:30 Uhr trafen sich am Dornacher Sportheim elf warm eingemummelte Motoristen zum gemeinsamen Start. Die gute alte lange Unterhose, olivgrün und innen angerauht, kam wieder einmal zum Einsatz – rückwärtiger Gerfrierbrand war somit nicht zu erwarten. Mutig fuhr man dem Regen im sicheren Abstand hinterher. Wenn einem auch noch eine Weile Wassergischt, nasses  Laub und aufgeweiche Erdklumpen, von zahlreichen Maishäckslern auf die Fahrbahn getragen, um die Ohren flogen – was soll’s.

 

Der Himmel wurde blau und blauer – auch die Sonne gab nun vollends Gas. Gedanklich raufte man sich jedoch noch einige Zeit die Haare – hatte man doch eigentlich “d’ Maschiiiin’ scho ‘putzt” – und die war nun wieder mal richtig eingesaut. Knapp dreihundert Kilometer führte die Tour über traumhafte, inzwischen abgetrocknete Kurvenstrecken, bergauf – bergab durchs Oberland – verbunden mit einem lohnenden Halt beim “Bräu im Moos” irgendwo im Mühldorfer Outback.

 

Wolkenloser Himmel – milde Luft – vor Augen die schneebedeckten Berge, zum Greifen nahe – knallbuntes Herbstlaub an den Bäumen – das war wieder einmal “Indian Summer” in Bayern. Den End-Einkehrschwung in’s Monsalvy in Aschheim kennt das Motorradl inzwischen schon auswendig. Noch war man bester Stimmung, war es doch zumindest ein absolut gelungener Abschluss einer leider erstmalig nicht ganz unfallfreien Saison der Dornacher Biker  – doch das ganz ganz dicke Ende kommt unaufhaltsam und unbarmherzig – “d’ Maschiiiin muß wieder ‘putzt” werden.
Danke an alle Tour-Organisatoren – danke an alle unsere disziplinierten Motorradler – danke an alle unbekannten verständnis- und rücksichtsvollen Autofahrer. Nächstes Frühjahr heißt es wieder: “Gentlemen – start your engines !” – damit sind natürlich auch unsere vielen schneidigen Mädels mit und ohne “engine” gemeint.

 

 

 

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Motorradsegnung April 2011

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Das Traumwetter mit frühsommerlichen Temperaturen in den letzten Wochen war zu verführerisch. Wer mag es den Bikern des SV Dornach verdenken, dass sie ihre Saison bereits lange vor dem heutigen Palmsonntag eröffneten.

Trotzdem gaben sie sich wieder alle Mühe, die Segnung der Motorradfahrer mit ihren Maschinen zu dem jährlichen, inzwischen echtem Großereignis in der Gemeinde zu gestalten.

Die ”Blumenmädels” aus der Biker-Riege, tatkräftig von Hilfskräften aus Südafrika unterstützt, banden wieder zahllose Bux-Büschel. Der Erlös kommt wie immer verschiedenen sozialen Projekten zugute. So konnten letztes Jahr wieder 400,- Euro an die ”Aktion Sternstunden” überwiesen werden.

Einfach faszinierend anzusehen waren wieder die zahlreichen unterschiedlichsten Motorräder.
Eine Kurzumfrage bestätigte: Biker, zwischenzeitlich aus dem gesamten Münchner Umland treffen sich hier.

Auffallend jedoch war dieses Jahr die außergewöhnliche ”Aufrüstung” unter den SVD-Bikern.So bekam die ”Italo-Fraktion”, bisher reinrassiger MOTO GUZZI-Enthusiasten, achtbaren Zuwachs. Sabine wechselte vom ”Reiskocher” auf DUCATI – feuerrot und giftig. Max (73), Bayer aus Überzeugung, wechselte ebenso sein ”Japan-Bike”, jedoch gegen nagelneue hubraumstarke bayerische Technik. Günther (71) überraschte mit einer ebenso nagelneuen, überaus eleganten 1100er MG-California Vintage. Detlef hat sich das schnellste nagelneue ”Eisen” zugelegt – es ist zu hoffen, dass er damit nicht irgendwann einmal zu schnell für seinen Schutzengel über die Autobahn Passau-München fegt.

Die übrigen blieben aber auch nicht untätig: Kai hat sein Motorrad von popligem Blau auf vornehmes Mattschwarz umgespritzt. Ebenso Harry – er hat erstmals seine Stiefel vom üblichen Staubgrau auf freundliches Hochglanzschwarz blankgefummelt. Herr Pfarrer Alvaro Valderrama Erazomit seinen Ministranten, assistiert von Bernhard sorgten für den erbetenen Segen, verbunden mit großzügiger Weihwassergabe. Es entkam keiner – jedoch die Spritzer auf hochglanzpolierter Motorrad-Lackierung blieben ebenso großzügig unbeachtet.

Der offizielle Teil endete nach den Fürbitten mit dem üblichen Start der Motoren. Höllisches Donnergrollen, eventuell auch aus nicht ganz legalen Auspuffanlagen, ließ die Erde erbeben. Ein geschultes Polizistenohr hätte wieder die helle Freude daran gehabt. Für eine halbe Stunde glichen Aschheims Münchener- und Ismaninger Straße nur mit minimalsten Abstrichen der Main Street in Sturgis, South Dakota während der berühmten USA/Bike-Week. Knapp neunzig schwere Motorräder durch rollten Aschheim unter Beifall zahlreicher Zuseher mit viel Krawall,Gehupe und Juhu west- und nordwärts um dann großteils zum verspäteten Frühschoppen zum lauschigen Garten des ”Monsalvy” abzubiegen.
Über ein halbes Hundert Biker waren ratz-fatz kulinarisch auf’s Beste versorgt. Dafür nochmals Lob und Dank an die professionelle Crew an Ausschank und Küche – Biker merken sich so etwas.

Die anschließende Tour mit über zwanzig Maschinen führte wieder einmal in den geliebten Chiemgau. Eine zunehmend kräftige Sonne sorgte dafür, dass sich die erfrischenden morgendlichen Grade hart an der Frostgrenze etwas erträglicher entwickelten. Achim, diesmaliger SVD-Scout hatte wieder herrliche, spärlich befahrene Nebentrassen durch diese traumhafte Hügellandschaft, die Alpenkette stets im Blick, ausgesucht.
So konnte relativ beherzt ”Gummi gegeben” werden. Kurven links – Kurven rechts bis Truchtlaching an der Alz. Beim dortigen Neuwirt am Alzufer ist man seit vielen Jahren als Biergartengast mit Schlauchboot bestens bekannt. Entsprechend herzlich war der Empfang. Am frühen Abend kehrte die Truppe gut gelaunt von ihrem ersten gemeinsamen Ausflug heim. Man hatte sein Fahrgefühl aufgefrischt, auf eventuell absonderliche Motor- und Technik-Geräusche gelauscht, an seiner Kurventechnik gefeilt, Abzug und Bremsmanöver geübt – und sich das frisch gereinigte Helmvisier durch dicke geflügelte Brummer wieder gründlich versaut. Jetzt geht’s ja erst richtig losmit dem Motorradfahren – die Tour über vier Tage durch Thüringen steht bevor. Und sechs Biker der ”Ü60- U80-Fraktion” trainieren schon ihre rückwärtigen Körperpartieen für ihre siebzehntägige 5000 KM Langstreckentour durch Polen, rauf nach Masuren, runter an der russischen u. ukrainischen Grenze entlang bis Zakopane und wieder nachhause. Das kann ja heiter werden.

 

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“Thüringer Bratwurst – Motorradtour” 02. bis 05.Juni 2011

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”ready for take off ” – so heißt es am Donnerstag, 8.00 Uhr morgens am Dornacher Sportheim. Achtundzwanzig Biker haben nach argwöhnischem Blick zum wolkenverhangenen Himmel noch schnell die lange Unterhose angezogen. (Anmerkung der Redaktion: nicht alle 28 hatten eine lange Unterhose an ).

Dann weckt das Motorengrollen von vierundzwanzig schweren Maschinen den letzten Langschläfer.

Vier eigenständige Gruppen orientieren sich in zeitlichen Abständen nach Nordost und geben Gas ”let’s go to Thüringen”. Gunter Sachs hat es einmal treffend formuliert: ”Beim Motorradfahren muss man den Wind im Gesicht, die Unebenheiten der Straße am Hintern und das Vibrieren der Maschine im Herzen spüren, dazu ein ordentlicher Sound – alles andere ist so fade wie ein Kuss von der Tante”.
Öde hundertachzig Autobahnkilometer sind schnell überwunden – hinter Nürnberg biegt man schon in die Fränkische Schweiz ab. Immer heftiger scheint nun die Sonne vom Himmel und es wird warm. Das Kurvenschaukeln durch das malerische Tal entlang der Wiesent ist schon mal der erste Hochgenuss.
Als kunterbunte Farbtupfer erscheinen die zahlreichen Kajaks durch das Grün. Die Wassersportler haben es schön – sie haben keine warmen langen Unterhosen an.

Abwechslungsreich ist die beschauliche Fahrt durch die oberfränkischen Hügellandschaften und den kleinen Dörfern mit ihren schiefen Fachwerkhäuschen. Die Landesgrenze zu Thüringen wird überquert. Lauscha Glasbläserstadt und Geburtsort des gläsernen Christbaumschmucks wird durchfahren. Die wunderschönen dicken Glasmurmeln mit den farbigen Schlieren, die man als Kind so geliebt hat, stammen von hier. Wer möchte, kann hier auch ein tolles mundgeblasenes Designer- Glasauge erstehen.

Der erste gemeinsame Treffpunkt ”Holzkirche in Neuhaus a. Rennweg”, eine der größten Holzkirchen Thüringens, wird erreicht. Das Kreuz tut weh – aber es ist nicht mehr weit nach Oberhof, dem ”Headquarter” für die nächsten drei Tage.
Thüringen ist ein schönes Fleckchen Erde. Hügelland und weite Ebenen im raschen Wechsel, luftige Mischwälder und Blumenwiesen, immer wieder unterbrochen von feuerroten Klatschmohnfeldern. Von kleinen geduckten Dörfern lugen nur die schwarzglänzenden schiefergedeckten Kirchturmkuppeln hervor. Blitzsauber sind die Fachwerk- und Bürgerhäuser, bunt und vielfach liebevoll restauriert. Der alte Charme ist wieder erkennbar – der triste Muff von vierzig Jahren vorherrschend graubeiger Gebäudefarben und großflächig abgeplatzem Putz ist schon lange Vergangenheit.

Im Berghotel in Oberhof ist man gut untergebracht – das Radeberger Pils erfreut sich allabendlich regem Zuspruch.
Die Wartburg bei Eisenach ist der erste Anlaufpunkt des zweiten Tages. In der ”Lutherstube”, dem authentischen Arbeitsort von Martin Luther, braucht man nur wenig Phantasie um sich in die Reformationszeit zurück zu ”beamen” als dort ein gewisser ”Junker Jörg” das neue Testament übersetzte.
Weit sieht man ins Land hinein, mächtig ragt unweit das Burschenschaftsdenkmal auf. 1897 wurde es erbaut und ”allen Männern (sicher auch Frauen), welche an der Einigung Deutschlands mitgewirkt haben” gewidmet. Den Krieg überstand es unbeschädigt die mutwilligen schweren Beschädigungen entstanden nach 1945 durch Zeitgenossen, welche mit einer Deutschen Einheit nix am Hut hatten.

Eine abenteuerliche Reise zum Mittelpunkt der Erde folgt beim nächsten Zusammentreffen. Im Kalibergwerk Merkers mit seinem Gewirr von etwa viertausendsechshundert Kilometer Stollen läßt man sich gemeinsam im Förderkorb auf achthundert Meter Tiefe und +28 Grad Wärme hinabschießen. Das ist was für Biker – jedoch absolut nix für Klaustrophobiker.
Der offene Mannschafts-Lkw brettert mit siebenundzwanzig wackeren behelmten SVD-Motorradlern auf der Ladefläche mit ”gefühlten” achtzig km/h (offiziell sind es nur knapp 40 km/h) durch die absolute Stollenfinsternis. Zweiundzwanzig Kilometer bergauf – bergab – links – rechts – jeweils etwa zwei Meter Seitenabstand und oftmals nur fünfzig Zentimeter Deckenabstand. Die ”Wilde Maus” läßt grüßen. Eine fast rechtwinklige Linkskurve bei gleichzeitig fünfzehn Prozent Gefälle läßt den sehnlichen Wunsch aufkommen, seine ”Original Thüringer Bratwurst” doch lieber erst nachher gegessen zu haben.
Der ”Goldraum”in dem die Amerikaner bei Kriegsende die dort versteckten gesamten Gold- u. Devisenbestände der Reichsbank und Kunstwerke von unschätzbarem Wert fanden und auch die erst 1980 entdeckte phantastische ”Kristallgrotte” mit riesigen gleißenden Salzkristallen sind nur Teil einer Fülle von Sehens- und Merkwürdigkeiten in dieser dunklen Welt da unten. Die ”Kristallbar” erweist sich in alkoholischer Hinsicht als Entäuschung.
Wieder oben bei Licht und Luft geht es weiter auf verschlungenen ”Porzellanstraßen” – ”Bier- u. Burgenstraßen”, ”Alleenstraßen”, ”Fachwerkstraßen”.

Die tägliche Navigation der einzelnen Gruppen ist ein eigenes Kapitel.
Wie heißt es doch im Psalm 25,8 ”Der Herr ist gütig und verlässlich, darum zeigt er dem Irrenden den Weg”. Der Ungläubige traut dem nicht so recht – er hat ja nur vier Tage Zeit. Also holt er sein Navi hervor. Wie sich herausstellt – oftmals mit fatalen Folgen. Wegen meist schlecht beschilderter Umleitungen kann man meist auch sein Kartenmaterial ”den Hasen geben”.

Weimar, eine deutsche Kulturstadt, ist das Samstagvormittagsziel. Über das Wirken der beiden großen deutschen Dichterfürsten Schiller und Goethe spricht ein gut gelaunter Führer mit profundem Wissen. Langweilig ist anders – es wird oft schallend gelacht und Beifall geklatscht.
Der späte Nachmittag ist nach einem zügigen, herrlich kurvigen Abstecher durch das Kyffhäuser Gebirge dem ”erwachenden Kaiser Barbarossa im unterirdischen Schlosse” gewidmet. Das ”Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal” auf der Kuppe des Kyffhäuserberges, 81 Meter hoch, majestätisch und von Weitem sichtbar, sollte man schon einmal gesehen haben. Die ”Harten” – vornehmlich aus der Ü60-Gruppe klettern bei affiger Hitze auch noch die 247 Stufen zur Krone empor, um von dort aus eine grandiose Weitsicht zu haben. Der Rest sitzt apathisch in der Denkmalkneipe.

Letzter Abend auf der Terrasse – im Hotelsaal bittet man zum Tanz – vergeblich, zumindest bei den Bikern.
Kein Wunder bei der Musik – man denkt wehmütig an Mougins.

Sonntag ist Rückreise. Es ist drückend heiß. Im Nordwesten türmen sich ab Mittag erste dunkle Wolkengebilde. Es wär doch richtig langweilig, eine Tour zu fahren ohne einmal richtig nass gemacht zu werden – und da geht’s auch schon los. Zehn Minuten Prasselregen ab Greding – jedoch über München ist noch blauer Himmel. Die Regenkombi bleibt wo sie ist, man fährt einfach schneller und schon ist man wieder trocken.
Stau auf der Autobahn. Bereitwillig bilden die Autofahrer eine Gasse für die Biker. Sie denken mit und wissen, daß Stop+Go mit schleifender Kupplung und mangelnder Fahrtwindkühlung Motorrad und Fahrer nicht lange durchhalten.
Um 16.00 Uhr Ortszeit treffen sich die Ersten im ”Monsalvy-Garten” in Aschheim – kurz darauf trudeln auch die Letzten ein. Ein Dorn, mitten in der Lauffläche eines Hinterreifens sorgte unterwegs noch kurzzeitig für Verzögerung. Der Schaden konnte mit Bordmitteln repariert werden. Der Fahrer sollte sich mal an der ”Rentner-Gruppe (63 – 74)” orientieren und mehr ”Schräglage” fahren – dann passiert sowas nicht !!

Gott sei Dank sind alle einschließlich ihrer Maschinen wieder gesund und munter von dieser überaus lustigen und interessanten Tour zurück.
Zur Ehrenrettung von ”Harley Davidson” sei noch erwähnt: Es war diesmal eine BMW, die andauernd irgendwelche Schrauben verloren hat. Es lebe der Kabelbinder!


SVD-Biker am Goethe / Schiller Denkmal in Weimar

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Seniorenausflug Masuren

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0,99% Rentenerhöhung – da lacht doch das Rentnerherz.”Die werden wir verbraten”, sagten sich Wolfgang (74), Max (73), Joachim (68), Harry (67), Utz (66) und Klaus (63), sechs etwas ältere Herren aus Dornach, Ascheim und Unterföhring und rieben sich die Hände.
Sie betankten ihre Motorräder, packten Zahnbürstel, ein gutes Dutzend Unterhosen, die täglichen Tabletten und Pillen-Rationen und die Kreditkarte zusammen, küßten ihre Frauen zum Abschied und machten sich auf den Weg.

Über Deggendorf und Prag führte die Reise nach Nordosten. In Breslau entkamen sie gerade noch einem schweren Unwetter.
Am zweiten Tag donnerten sie schon über die Weichselbrücke in Thorn und einen Tag später, nach 1200 gefahrenen Kilometern, fotografierten sie sich bereits am berühmten Krantor in Danzig. Vom Turm der Kathedrale in Frauenburg blickten sie weit über das “Frische Haff” und in die russische Exklave Kaliningrad – und nah in eine kleine Fischbratküche am Hafen mit den zartesten heißgeräucherten Heringen.

Hundert Kilometer landeinwärts quartierten sie sich für ein paar Tage bei Lidia und Jozef in ihrem kleinen Bauernhof ein. Von Gänsegeschnatter wurden sie geweckt – von Ziegen in den Schlaf gemeckert – von den täglichen hausgemachten Köstlichkeiten polnischer Küche ganz zu schweigen.

Von hier aus durchkurvten sie landauf landab das Ermland und Masuren, das “Land der tausend Seen” mit seinen Störchen ohne Zahl. Abends, müde nach anstrengender Fahrt, hüpften sie in den eiskalten hauseigenen See, saßen am Lagerfeuer und tranken Bier und Wodka.

Den Höhenunterschied am Oberländischen Kanal überwanden sie nicht über Schleusen sondern wurden nach 150 Jahre alter Technik samt ihrem Schiff an Seilen über die Berge gezogen. Sie sahen wunderbare Dinge in den vielen Klöstern, Kathedralen und wuchtigen Ordensritterburgen – stakten lautlos auf flachen Booten durch geheimnisvolle Flußlandschaften – ahnten den Wahnsinn angesichts der gesprengten riesigen Bunkeranlagen des ehemaligen Führerhauptquartiers “Wolfsschanze” – standen sprachlos vor ehemals prachtvollen, jedoch allmählich verfallenden Herrschaftshäusern ostpreussischer Adelsdynastien.

Durch die Taiga der Rominter Heide ging die wilde Fahrt weiter entlang der russischen Grenze Richtung Osten nach Suwalki. Da war die Welt zu Ende – sie traten den Rückweg über Bialystok in Richtung Süden an. Der Nationalpark Bialowiskie inmitten riesiger unwegsamer Urwälder im polnisch/weißrussischen Grenzgebiet war ihr neues Ziel. Luchs und Biber, Elch und Wolf sagen sich hier Gute Nacht. Sie trafen auf Rückzüchtungen von Tarpanpferden und bereits ausgerotteter europäischer Wisente – und schaute dem schwarzen Bison “Brutus” furchtlos in die blutunterlaufenen Augen.

Mit einer alten Schmalspurbahn, ehemals im Holztransport eingesetzt, zockelten sie bei schweißtreibender Temperatur durch ein dunkelgrünes Gewirr lebender und gestürzter Baumriesen und ausgedehnte Sümpfe in einem der letzten Urwälder Europas. Am Grenzfluß Bug entlang gaben die dichten Wälder hin und wieder den Blick nach Weißrussland und später in die Ukraine frei. Weit im Süden schwenkten sie bei Zamocz in Richtung Krakau ab. In der Krakauer Marienkirche werden nur einmal täglich für 15 Minuten die beiden Seitenflügel des berühmten Hochaltars, eines der Hauptwerke des Bildhauers Veit Stoss, geöffnet. Sie waren rechtzeitig da und staunten.

Polen ist schön – und sie haben Polen und seine Menschen von einer so überaus positiven Seite kennengelernt, welche sie so nicht erwartet hatten.

Über Zakopane und die Hohe Tatra, ein kleiner Ausflug mit dem Pferdefuhrwerk inbegriffen, wechselten sie in die Slowakei und bei Trentschin in die Tschechische Republik. Vom letzten Abend ihres Seniorenausfluges, tief im Kellergewölbe eines kleinen Weinbauern bei Znaim, existieren nur noch bruchstückhafte Erinnerungen.

Siebzehn Tage waren sie unterwegs – braungebrannt, wettergegerbt und schwer nach Knoblauch riechend, kehrten sie zurück. Fünftausend Kilometer sind sie gefahren, vorwiegend auf Nebenstraßen – davon hunderte auf elenden Rumpelpisten bis die Plomben in den Zähnen locker wurden. Sie haben so viel gesehen, so viel erlebt und so viel Gaudi gehabt. Sie haben Stürmen getrotzt, wurden im strömenden Regen bis auf die Knochen eingeweicht und klargespült, im eigenen Saft in der Sonne gebruzzelt, von blutgierigen Mücken gepeinigt. Sie wühlten sich durch Sandpisten und wurden mit Schlamm bespritzt. Tiefe Spurrillen, Schlaglöcher ohne Ende, Bodenwellen in enormer Höhe, loser Sand und Überraschungskurven über Hunderte von Kilometern Landstraße haben täglich ihre äußerste Konzentration und die Beherrschung ihrer Maschinen gefordert.

Sie haben die Freuden und Leiden des Motorradfahrens bis zum Anschlag erlebt – und möchten doch keine einzige Sekunde dieses Abenteuers missen.

Am Montag nachmittag trafen sie zuhause ein, küßten ihre Frauen, sind glücklich und zufrieden, spielen wieder mit ihren Enkelkindern – und warten auf die nächste Rentenerhöhung.

 

 

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