Archiv Motorsport

Drittes Motorradtreffen 1999

zurück

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zurück

Motorradtour zum Grand Prix von Tschechien

23. – 26. August 2002

zurück

“Gentlemen – start your engines” – das ist der Auftakt zur Tour nach Brünn zum 10. Lauf der Motorradweltmeisterschaft 2002. Der Vereinsbus und dreizehn Motorradfahrer mit vier Beifahrerinnen aus Dornach, Aschheim und Umgebung, aus Südafrika und sogar aus Augsburg sind in dichtem Nebel auf dem Weg in Richtung Passau.

Die Grenze bei Philipsreut wird aber dann doch bei herrlichem Bikerwetter passiert. Durch “böhmische Dörfer” und malerische Landschaften geht die wilde Jagd nach Osten. Schön ist’s hier. Doch der Friede währt nicht lange. Ausgerechnet der Service-Bus, gedacht für den Notfall und voll mit Gepäck von siebzehn Personen, gibt in einem kleinen tschechischen Ort mit kapitalem Kupplungsschaden den Geist auf. Gottseidank direkt vor einer Gastwirtschaft – man ißt hier sehr gut. 250 km liegen hinter uns – 350 km haben wir noch vor uns. Dieters Krisenmanagement funktioniert vorzüglich. Mit erstaunlicher Hilfbereitschaft wildfremder Menschen am Ort ist in 15 Minuten ein Mechaniker und nach einer Stunde ein Fahrer mit Kastenwagen zum Stelle. Der kutschiert uns die Fuhre nach Jedovnice. Hut ab, liebe Nachbarn – wir sind schwer beeindruckt. Gut gelaunt schwingen wir uns wieder in die Sättel.

In Jedovnice empfängt uns Vladka. Vladka arrangiert alles – Unterkunft, Plakate, Rennticket, Höhlenbesuch, Bustransfer zum Rennen, Tischreservierung, Speisekarte übersetzen – Vladka ist überall. Bis in die späte Nacht ist Tanz am See in Jedovnice – nach einer 600 km-Tour ist jedoch der Drang nach dergleichen Aktivitäten nicht mehr sehr ausgeprägt. Bevorzugt wird eher die hervorragende Gastronomie hier.

Neben dem Besuch der Höhlen in der Macocha-Schlucht ist am Samstag Shopping-Time in Brünn. Während einige durch malerische Gassen schlendern oder in Staßencafes gemütlich beim Bier sitzen, überredet Harry andere zum Besuch der Kapuzinergruft. Dort liegen reihenweise mumifizierte Leichen aus dem 17.Jahrhundert aufgebahrt. Gruselig, gruselig! Nächtliche Alpträume sind vorprogrammiert – die Mädels hassen ihn dafür. Abends, rechtzeitig zu einem gigantischen Essen mit viel Bier und hochprozentigen Spirituosen, treffen nach vielstündiger Fahrt über Österreich nun auch Manfred und Frank ein.

Am Sonntag ist Brünn der Nabel der Welt. Aus aller Herren Länder treffen sich hier tausende Motorsportbegeisterte im Automotodrom – wir sind auch da. Unser Platz ist in der berühmt berüchtigten Omega-Kurve, wo die verrücktesten der Fans sitzen.

Dann beginnen nacheinander die Rennen der verschiedenen Hubraumklassen. Mit infernalischem Röhren fegen die Maschinen durch die Kurven heran.

Frenetisch werden die jeweiligen Favoriten begrüßt – jetzt ist hier der Teufel los – jetzt ist Stimmung. Hubkonzert und Gebrüll, die roten und gelben Fahnen der Max Biaggi und Valentino Rossi-Anhängerschaft fliegen hoch. “Sachsenpfeil” Steve Jenkner wird auf sächsisch bejubelt. Rauchbomben, Böller und Raketen werden gezündet. Die Platzfeuerwehr löscht inzwischen die Rasenbrände. Mit nahezu 300 km/h Topspeed rasen die weltbesten Motorradfahrer über diese 5,4 km lange Rennstecke. Dunstschwaden von verbranntem Sprit wehen herauf. Das ist Rennatmosphäre erster Klasse – hier sind wir richtig. Irgendwann am Nachmittag sind die Sieger ermittelt – unser Bus nach zwei Stunden endlich gefunden – wir sind zurück in Jedovnice und wieder folgt ein lustiger und feuchtfröhlicher Abend mit Herrn Zukal mit der berüchtigten weißen Flasche ohne Ettiket und mit dem traumhaft milden selbstgebrannten Slibovic.

Montag früh Morgens ist Rückfahrt. Der erste und der zweite Bürgermeister von Jedovnice sind gekommen um uns herzlich zu verabschieden – wir fühlen uns sehr geehrt. Sie haben inzwischen auch den Gepäcktransport nach Vimperk organisiert. Nach sechsstündiger Fahrt kommen wir da auch an und hoffen auf einen zwischenzeitlich reparierten Service-Bus – leider vergebens. Wieder tagt der Krisenstab. Der Bus bleibt da – die Motorräder werden bis knapp vor dem Zusammenbruch mit Gepäck, Cristel und Patty aus Südafrika beladen.

Harry packt noch schnell zehn Flaschen “Pilsner Urquell” in seine Rucksack – in der nächsten schnellen Kurve zieht’s ihn fast von der Maschine. Um 21 Uhr sitzen die Biker wieder im Biergarten der Dornacher Gaststätte Butz – müde aber glücklich und freuen sich über die gelungene Unternehmung. Ihre teilweise über 20 Jahre alten Maschinen haben sie nicht im Stich gelassen. Für was, zum Kuckuck, haben wir eigentlich den Bus mitgenommen??? Harry, Dieter, Bernhard und Joachim haben die Tour gut vorbereitet – der Erfolg lag jedoch in der tollen, disziplinierten Truppe und einem beachtenswerten Engagement unserer Freunde in Jedovnice.

Prost Leute, Prost Jedovnice, Prost Vladi – auf Euer spezielles Wohl!!

zurück

 

Hier geht’s weiter zur Bilderseite

zurück