Wenn einer eine Reise tut . . .

SVD Biker fahren nach Albanien – an die Nordseeküste – in die Steiermark im Mai/Juni 2013

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Die SVD-Motorradler haben von jeher einen grundsätzlichen Hang zu Außergewöhnlichem. Wen verwundert da das pure Kontrastprogramm, welches sie dieses Jahr auf ihren drei großen Touren veranstalteten.

Den Anfang machte knapp drei Wochen lang die sechsköpfige Rentner-Truppe bereits Mitte Mai. Von den unwirtlichen Temperaturen im süddeutschen Raum angeödet, sagten sich drei davon: „Nichts wie weg von hier und das möglichst weit.“ Südosteuropa schien ihnen geeignet. Und sie sollten alles richtig gemacht haben. 30° Lufttemparatur – 20° Wassertemparatur – 11° Weintemparatur. Das waren idealste Voraussetzungen. Durch Slovenien hinunter an die Adria, entlang der Küste über Bosnien Herzegowina, Montenegro führte die Reise nach Albanien und zurück. Weit über viertausend Kilometer durch ein wildes Land mit z.T. eben so wilden Verkehrsregeln – das war, was sie wollten.

Die anderen drei fanden ihre Idealbedingungen im hohen Norden. Während in den albanischen Bergen ein Kurven-Eldorado dem nächsten folgte, freuten sich die Nordlandfahrer auf dem flachen Land schon über jede abbiegende Vorfahrt. Dafür cruisten sie kreuz und quer auf traumhaften Abseits-Routen an der Nordseeküste, bei Kirschblütenpracht durch das Alte Land, auf einem Pferdefuhrwerk durch die Lüneburger Heide, setzten bei rauher See nach Helgoland über und grüßten die „Lange Anna“ aus Bayern, ließen sich in Worpswede von Vogler, Modersohn, Mackensen und anderen alten Künstler-Kollegen begeistern. Butterzarte Maischollen satt – Matjes in allen Variationen satt – Heidschnuckenbraten satt – das waren die kulinarischen Highlights denen die drei wackeren Biker den absoluten Vorzug gaben. In Bremen bereiteten ihnen die Seenotretter der DGzRS einen herzlichen Empfang – und als dann noch am letzten Tag ihrer Vierzehntagesonne-Tour an der Elbe riesige Drei-, Vier- und Fünfmaster, z.T. unter vollen Segeln Richtung Hafengeburtstag Hamburg an ihnen vorbeizogen, hakten sie ihre Tour endgültig als „vollen Erfolg“ ab.

Sechsundzwanzig SVD–Biker, welche noch nicht die Vorzüge zeitlicher Flexibilität der Rentner-Truppe geniessen können, warteten derweilen bis das Wetter Anfang Juni das Stadium „grottenschlecht“ erreicht hatte. Dann starteten sie zur großen Steiermark-Tour – der Großteil als „Weicheier“ in Vereins-Bussen – neun „Allseason-Biker“ zogen das Motorrad vor. Was sie in vier Tagen erlebten, reicht sicher eine Weile als Gesprächsstoff an kommenden Winter-Bikerstammtischen. Sie wurden bis auf die Knochen naßgeregnet – freuten sich kindisch wenn das Thermometer mehr als + 5° Außentemparatur anzeigte. Das alles konnte aber die gute Laune der gesamten Truppe in keiner Weise stören – Unterkünfte und Gastronomie waren gepflegt – und wenn Achim bei der abendlichen Touren-Besprechung statt der „Nockalmstraße“ von der „Nockherbergstraße“ spricht, erreicht die Stimmung kurzzeitig schon mal den Siedepunkt. Einmal gab’s tatsächlich sogar blauen Himmel mit Sonne – dann aber, am letzten Tag, begann der große Regen und im Nu wurden kleinste Gebirgsbäche zu wilden Wassern. Auf den Pässen brach der Winter herein – die Motorradfahrt hinter einem Schneepflug her ist ein nicht alltägliches Erlebnis. Straßen wurden wegen Überschwemmungen gesperrt – man hangelte sich im pausenlosen Regen über Autobahnen und abenteuerlichen Landstraßen von Umleitung zu Umleitung, von Straßensperre zu Strassensperre möglichst nördlich – Richtung Heimat. Jeder kämpfte irgendwie darum, irgendwann und irgendwo den Inn überqueren zu können. Wie gesagt – die SVD-Biker lieben das Außergewöhnliche. Sie sind alle bestens gelaunt wohlbehalten wieder zuhause angekommen – der eine früher – der andere später – siebzehn „Weicheier“ trocken – neun Biker pudelnass.
Nächstes Jahr fahren wir wieder.

 

 

 

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