Motorradsegnung April 2011

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Das Traumwetter mit frühsommerlichen Temperaturen in den letzten Wochen war zu verführerisch. Wer mag es den Bikern des SV Dornach verdenken, dass sie ihre Saison bereits lange vor dem heutigen Palmsonntag eröffneten.

Trotzdem gaben sie sich wieder alle Mühe, die Segnung der Motorradfahrer mit ihren Maschinen zu dem jährlichen, inzwischen echtem Großereignis in der Gemeinde zu gestalten.

Die ”Blumenmädels” aus der Biker-Riege, tatkräftig von Hilfskräften aus Südafrika unterstützt, banden wieder zahllose Bux-Büschel. Der Erlös kommt wie immer verschiedenen sozialen Projekten zugute. So konnten letztes Jahr wieder 400,- Euro an die ”Aktion Sternstunden” überwiesen werden.

Einfach faszinierend anzusehen waren wieder die zahlreichen unterschiedlichsten Motorräder.
Eine Kurzumfrage bestätigte: Biker, zwischenzeitlich aus dem gesamten Münchner Umland treffen sich hier.

Auffallend jedoch war dieses Jahr die außergewöhnliche ”Aufrüstung” unter den SVD-Bikern.So bekam die ”Italo-Fraktion”, bisher reinrassiger MOTO GUZZI-Enthusiasten, achtbaren Zuwachs. Sabine wechselte vom ”Reiskocher” auf DUCATI – feuerrot und giftig. Max (73), Bayer aus Überzeugung, wechselte ebenso sein ”Japan-Bike”, jedoch gegen nagelneue hubraumstarke bayerische Technik. Günther (71) überraschte mit einer ebenso nagelneuen, überaus eleganten 1100er MG-California Vintage. Detlef hat sich das schnellste nagelneue ”Eisen” zugelegt – es ist zu hoffen, dass er damit nicht irgendwann einmal zu schnell für seinen Schutzengel über die Autobahn Passau-München fegt.

Die übrigen blieben aber auch nicht untätig: Kai hat sein Motorrad von popligem Blau auf vornehmes Mattschwarz umgespritzt. Ebenso Harry – er hat erstmals seine Stiefel vom üblichen Staubgrau auf freundliches Hochglanzschwarz blankgefummelt. Herr Pfarrer Alvaro Valderrama Erazomit seinen Ministranten, assistiert von Bernhard sorgten für den erbetenen Segen, verbunden mit großzügiger Weihwassergabe. Es entkam keiner – jedoch die Spritzer auf hochglanzpolierter Motorrad-Lackierung blieben ebenso großzügig unbeachtet.

Der offizielle Teil endete nach den Fürbitten mit dem üblichen Start der Motoren. Höllisches Donnergrollen, eventuell auch aus nicht ganz legalen Auspuffanlagen, ließ die Erde erbeben. Ein geschultes Polizistenohr hätte wieder die helle Freude daran gehabt. Für eine halbe Stunde glichen Aschheims Münchener- und Ismaninger Straße nur mit minimalsten Abstrichen der Main Street in Sturgis, South Dakota während der berühmten USA/Bike-Week. Knapp neunzig schwere Motorräder durch rollten Aschheim unter Beifall zahlreicher Zuseher mit viel Krawall,Gehupe und Juhu west- und nordwärts um dann großteils zum verspäteten Frühschoppen zum lauschigen Garten des ”Monsalvy” abzubiegen.
Über ein halbes Hundert Biker waren ratz-fatz kulinarisch auf’s Beste versorgt. Dafür nochmals Lob und Dank an die professionelle Crew an Ausschank und Küche – Biker merken sich so etwas.

Die anschließende Tour mit über zwanzig Maschinen führte wieder einmal in den geliebten Chiemgau. Eine zunehmend kräftige Sonne sorgte dafür, dass sich die erfrischenden morgendlichen Grade hart an der Frostgrenze etwas erträglicher entwickelten. Achim, diesmaliger SVD-Scout hatte wieder herrliche, spärlich befahrene Nebentrassen durch diese traumhafte Hügellandschaft, die Alpenkette stets im Blick, ausgesucht.
So konnte relativ beherzt ”Gummi gegeben” werden. Kurven links – Kurven rechts bis Truchtlaching an der Alz. Beim dortigen Neuwirt am Alzufer ist man seit vielen Jahren als Biergartengast mit Schlauchboot bestens bekannt. Entsprechend herzlich war der Empfang. Am frühen Abend kehrte die Truppe gut gelaunt von ihrem ersten gemeinsamen Ausflug heim. Man hatte sein Fahrgefühl aufgefrischt, auf eventuell absonderliche Motor- und Technik-Geräusche gelauscht, an seiner Kurventechnik gefeilt, Abzug und Bremsmanöver geübt – und sich das frisch gereinigte Helmvisier durch dicke geflügelte Brummer wieder gründlich versaut. Jetzt geht’s ja erst richtig losmit dem Motorradfahren – die Tour über vier Tage durch Thüringen steht bevor. Und sechs Biker der ”Ü60- U80-Fraktion” trainieren schon ihre rückwärtigen Körperpartieen für ihre siebzehntägige 5000 KM Langstreckentour durch Polen, rauf nach Masuren, runter an der russischen u. ukrainischen Grenze entlang bis Zakopane und wieder nachhause. Das kann ja heiter werden.

 

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