Motorradtour durch die Dolomiten

16. bis 18. Juli 2004

 

Aufgepackt, vollgetankt (!!) und ausgerüstet für jedes Wetter – so startete am Freitag frühmorgens wieder eine vielköpfige Schar Motorsportler auf zwanzig Maschinen in zwei Gruppen nach Süden.
Eine gemütliche Kaffeefahrt? Nein, das war auch die diesjährige große Dolomitentour mit Sicherheit nicht. Bis zu 1300 km zeigten vereinzelte Tacho-Stände am Ende dieses verlängerten Wochenendes. Das Motorradfahren in dieser Region inmitten einer so gewaltigen Kulisse ist einfach zu reizvoll. Daß hier einige bereits von einer 100 km-Tour im Morgengrauen um die „Sella Ronda“ zurück kamen während andere gerade das Frühstücksei aufklopften, war nicht verwunderlich.

Die Anfahrt über Garmisch, das Ötztal und hinauf auf 2500 Meter über das Timmelsjoch fand noch bei Sonne und blauem Himmel statt. Am Jaufenpass und in Abständen bis hinüber zum Fedajapass ereilte die tapferen Biker dann doch ausgiebig das nasse Schicksal. Die wilde Entschlossenheit der Mädels, sich trotzdem auch mal gemütlich in die Sonne zu legen, zeigte Wirkung. Am Samstag war dann richtig Sommer – was man dann auch ausgiebig nutzte.

160 km wollte man fahren – 240 km ist man gefahren – und weil manche unbedingt schnell noch den Manghen-Pass fahren mußten warten es halt 420 km. Vielleicht waren die diesjährigen Wetterkapriolen die Ursache dafür, daß die Straßen weitgehend frei von ungeübten Schönwetterfahrern und sich selbst überschätzenden Möchtegern-Rennfahrern waren. Trotzdem mußte man auf den einzelnen Pass-Stecken höllisch aufpassen. Kuhfladen auf der Ideallinie bei Schräglage, damit mußte man immer rechnen – mit einem bergab preschenden Köter eher weniger. Doch wenn einem in über 1500 Meter Höhe in einer unübersichtlichen Kurvenfolge noch eine junge Mama mit Kinderwagen auf gleicher Spur entgegen kommt – das treibt einem schon ganz kurz mal die Augen aus den Höhlen. Die Kondition der Gruppe war wieder einmal beachtlich – sogar zu einem längeren Fußmarsch durch die wildromantische Sottoguda-Schlucht hatte man noch richtig Lust.

Über Falzarego- und Valparolo-Pass führte am Sonntag bei Traumwetter der Rückweg. Unscheinbar und winzig klein fühlte man sich inmitten der gewaltigen Felsmassen um den Lagazoi. Eng und winkelig erwies sich als letzte Pass-Straße das Würzjoch. Spiegel einklappen, die Ohren anlegen und auf wenig Gegenverkehr hoffen – das war hier empfehlenswert. Pausen und Tankstops waren straff organisiert. Die ausgestreckten Finger an Dieters Hand und der Aufdruck auf Harrys T-Shirt „Gentlemen – Start your engines!“ gaben Auskunft, wie lange noch Zeit war um mal pinkeln zu gehen, ein Zigaretterl zu rauchen, die Wasserflasche rauszukramen oder sich den Mund mit Alexandras Gummibärli vollzustopfen.

Der Pizza-Stop in der „Sachsenklemme“ bei Sterzing jedoch ist ein absolutes Muß für jeden ehrlichen Biker auf dem Weg von oder nach Süden. Hier spielt Zeit eine untergeordnete Rolle. Auch eine Kaffeepause am Kochelsee wollte man sich noch gönnen – doch ein unerwarteter recht intensiver Gewitterregen ließ die wackeren Motorradler dann endgültig durchstarten.

Bernhard sah es als Ehrensache, die müde und aufgeweichte Truppe noch zu einem Gratulationsumweg einschließlich Motorradkorso und Hupkonzert über die Keplerstraße in Aschheim zu veranlassen. Sollte die so Geehrte die lautstarken Ovationen durch geschlossene Motorradhelme nur als „almpfgumpfzumpfgebumpftampf“ verstanden haben – es sollte „Alles Gute zum Geburtstag“ heißen.

 

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