Bodensee Tour 2005

Motorradtour um den Bodensee vom 08. – 10. Juli

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Diese 3 Tage-Tour war nach der Schlauchbootfahrt auf der Alz die zweite große Wassersportveranstaltung in diesem Jahr.

In zwei Gruppen starteten siebenundzwanzig Motorsportler auf vierundzwanzig Maschinen zu der jährlichen 1000 km-Tour. Leider richtete sich das Wetter nicht nach der Wettervorhersage – eine um die andere graue Regenwand rauschten am Freitag und am Sonntag abwechselnd intensiv über die wackeren Biker hinweg. Gerade auf den letzten fünfzig Kilometern der Heimfahrt – wo zwischen Blitz und Donner nicht mehr zu unterscheiden war, aus welcher Richtung man mit Wasser begossen wurde – kam der drängende Wunsch nach einer Schwimmweste auf.

Die traumhaften Landschaften in den Lechtaler Alpen, im Montafon und an der Silvretta Hochalpenstraße konnten im tristen Grau nur erahnt werden. Dazwischen gab es aber auch jede Menge Lichtblicke und vor allem einen überaus freundlichen und sonnigen Samstag.
Mitten drin war man am Hochtannbergpass bei der “Sivretta Classic-Rallye” vorwiegend britischer Automobile aus längst vergangenen Zeiten. Das waren noch echte Sportwagen mit Charakter – mit denen haben die “weichgespülten” Boulevard-Flitzer der Gegenwart nichts mehr gemeinsam.

Im 4 Sterne-Stützpunkthotel auf 1600 mtr. in Oberdamüls war man bestens aufgehoben. Von hier aus starteten die Gruppen ihre Touren durch den Bregenzer Wald zum gemeinsamen Ziel in der Schweiz – dem idyllischen Ort – Stein am Rhein.

Der übliche “kulturelle” Aspekt einer jeden SVD-Motorradreise erschöpfte sich dieses Mal im Besuch von zweihundert freilaufenden Berberaffen auf dem “Affenberg” bei Salem. Eine anschließende kurze Anwesenheitskontrolle verlief positiv – keine Verluste.
Ob der Abkürzer mit der Fähre von Meersburg nach Konstanz oder die unterschiedlichen Routen um den Zellersee und auf der Schweizer Bodenseeseite zurück zum Hotel – jede Strecke hatte ihre eigenen Reize. Ihren Karten und ihrem Gefühl vertrauend, tuckerten die einen schnörkellos und easy durch die Lande – wogegen die satellitengesteuerte GPS-Fraktion trotz regem Funkverkehr untereinander hin und wieder verdutzt festellte, den einen oder anderen Weg fünf Minuten vorhehr schon einmal gefahren zu sein.

Es war spät geworden, 120 Kilometer waren weit und so wurde kräftig Gas gegeben. Denn einen Koch unnötig zu reizen, der extra mit dem Abendessen wartet – das kann in’s Auge gehen.
Auch Geburtskind Susi wurde noch mit Bussi Bussi, Cocktail extrabunt, Minifeuerwerk und Girlande bedacht – da hat sie sich gefreut. Sonntag früh wurde aufgesattelt für die Heimreise.

Hochinteressant ist immer der Inhalt mancher Packtaschen. Wo eigentlich Zahnbürstl, Werkzeug, Ausrüstung, Öldosen, Unterhosen oder Poliermittel vermutet werden, findet sich z.B. bei Max eine taschenfüllende Turnierpackung Schokoriegel verschiedenster Geschmacksrichtungen, Nußkekse, Gummibärli und ähnliche “Plombenzieher” – fein säuberlich aufgereiht und nach Alphabet geordnet.

“Am Tag als der Regen kam” – die olle Kamelle aus Jo’s Bordradio vermittelte bereits düstere Vorahnungen auf die bevorstehende Fahrt und so versuchte jeder krampfhaft, sich selbst hermetisch gegen jeglichen Wassereinbruch zu versiegeln. Es ist nicht jedem gelungen.
Unfallfrei und unverletzt, ohne Maschinenschäden, leicht durchfeuchtet, klamm und durchgefroren – aber durchwegs guter Dinge kletterten alle nach vielstündiger anstrengender Fahrt zuhause wieder von ihren Maschinen.

Während der eine oder andere grußlos ins Bett fiel, trafen sich die meisten beim Butz in der Wirtsstube wieder – da war es auch schön warm.

 

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